Den Vorteil der Craniosacralen Körperarbeit ist, dass die Säuglinge und Kinder in ihren Kleidern behandelt werden können. Sie brauchen nicht ausgezogen werden. Das empfinden die Säuglinge und Kinder als sehr angenehm. Wenn es für die Behandlung nötig ist, ziehe ich die Kinder natürlich auch aus, um z.B. nachzuschauen ob ein Beckenschiefstand vorliegt.
Geboren werden, ins Leben gehen, aus der warmen, schützenden Hülle der Gebärmutter in die Hände der Hebamme, des Vaters, auf den Bauch der Mutter. Nach den Anstrengungen der Geburt sich in der Nähe der Eltern, besonders der Mutter erholen.
Wer wünscht sich nicht, so auf die Welt gekommen zu sein? Noch im Einssein mit der Mutter, bei Wärme, Ruhe und Dunkelheit.
Doch dieser Prozess wird oft durch Interventionen unterbrochen, die den Start ins Leben ermöglichen und gleichzeitig für das Kind erschweren. Sei es weil die Mutter oder das Kind zu wenig Kraft haben, die Schmerzen zu stark sind, das Kind zu groß ist oder durch einen anderen Grund. Hierbei können sich die Wirbel und Schädelknochen verschieben, der Fluß der Körperflüssigkeiten sich stauen.
Das Wochenbett, die ruhige Zeit nach der Geburt, dient dafür, dass sich der Körper des Kindes und der Mutter wieder erholen. Die Kinder schlafen in dieser Zeit noch besonders viel, schützen sich vor Geräuschen und Lärm. Wenn die Kinder die Ruhe bekommen, die sie brauchen, können sich viele Blockaden von alleine lösen. Auch das Stillen an der Brust, der Saugrhythmus, ist wichtig für die Bewegungen der Gesichts- und Schädelknochen. Die Körperflüssigkeiten und der craniosacrale Rhythmus kommen wieder in Fluß und können frei fließen.
Ich hatte das große Glück meine beiden Kindern zu Hause auf die Welt zu bringen. Darüber bin ich sehr dankbar und stolz. Kein Krankenhaus und kein Geburtshaus hätte mir die Sicherheit, Ruhe und Ungestörtheit der eigenen vier Wände geben können. Meine Hebamme, Raphaela Greminger und mein Mann gaben mir den nötigen Raum und das Vertrauen in meine Kraft.
Ich möchte jede Frau ermutigen, „den Geburtsort der eigenen vier Wände" mit in ihre Überlegungen miteinzubeziehen. Wo kann ich mich gehen lassen? Wo habe ich die Sicherheit und die Ruhe, die ich brauche?
Den Frauen wünsche ich einen Partner an der Seite, der diese Überlegungen mitgehen kann.
Gebären und sich öffnen ist intim und braucht vor allem Schutz vor Unruhe und Abgelenktsein.
Ruhe, Ungestörtheit, Wärme sind für mich die wichtigsten äußeren Faktoren, Vertrauen in die eigene Kraft und Selbstbewußtsein die inneren Faktoren für eine Geburt.
Die Hebammen und GeburtshelferInnen in den Krankenhäusern, Geburtshäusern und bei Hausgeburten haben die wichtige Aufgabe, dies für die Frauen zu verwirklichen und dafür einzutreten.
Symptome, die die Kinder zeigen, egal in welchem Alter, sind für mich immer ein Hinweis dafür, dass sie oder ihr Körper auf etwas aufmerksam machen wollen. Gerade bei den Säuglingen, die sich nicht mit Sprache ausdrücken können, ist der Körper das Ausdrucksmittel. Körperliches Unwohlsein, etwas tut weh, kann sich dann in vielem Weinen, wenig Schlafen oder Bauchschmerzen ausdrücken.
Die Sprache des Kindes zu verstehen und den Eltern dies zu vermitteln, sehe ich als meine Aufgabe.
Wenn ich die Sprache des Kindes verstehe, dann fühlt sich das Kind angenommen und kann sich zeigen. Wenn ich achtsam und behutsam mit den Säuglingen spreche, ihre Schmerzen in Worte fasse, fühlen sie sich verstanden.
Auch bei älteren Kindern und Jugendlichen können Symptome wie Schlafprobleme, Lernschwierigkeiten, starke Unruhe ein Ausdruck von körperlichen Unwohlsein, „sich nicht im Körper wohlfühlen" sein. Dies läuft unbewußt ab und muß von uns Erwachsenen verstanden werden. Auch die „Großen" brauchen hierfür unsere Unterstützung und Achtsamkeit.